Den Leser nicht verlieren: Struktur für Blogtexte

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Blogartikel richtig schreiben

Blogbeiträge können fachlich noch so fundiert sein: Wenn sie langweilig oder an der Zielgruppe vorbei geschrieben sind, klinken sich die Leser früher oder später aus. Überzeugen Sie in Ihren Blogartikeln stattdessen mit anregendem Schreibstil und übersichtlicher Textgestaltung. Berücksichtigen Sie grundlegende Schreibregeln und folgen Sie einem roten Faden. Das Richtige lediglich im Sinn zu haben, reicht nicht – wer bloggt, will auch verstanden werden. Am besten gelingt das mit einer klaren Textstruktur, sowohl inhaltlich als auch visuell. Schließlich ist der Internet-Leser kein unkomplizierter Gast: Er lässt sich schnell ablenken, ist noch schneller gelangweilt und lässt sich nicht vorschreiben, was, wie und wie viel er zu lesen hat. Bloggen ist ein ständiger Kampf um die Aufmerksamkeit des Lesers. Je mehr Struktur ein neuer Blogtext hat, desto größer ist die Chance, einen früheren Besucher damit wieder zu sich zu locken.

  • mit knackigem Titel und „appetitlicher“ Einleitung den Leser ködern
  • Leser mit übersichtlicher Struktur und inhaltlicher Gliederung halten
  • dank direkter Kommunikation mit dem Leser ein Vertrauensverhältnis aufbauen

Titel und Einleitung

Wie spreche ich den Leser am besten an?

Halten Sie sich Ihre Zielgruppe stets vor Augen. Dies beginnt bei der Anrede: Im Business-Umfeld „Sie“, bei einem Blog zu Freizeitthemen eher „du“. Formulieren Sie einen Tipp zu einem Finanzthema eher sachlich, den Bericht über eine Weinprobe hingegen angemessen locker und mit persönlicher Hinwendung. Eine Produktinformation in stark werblicher Sprache stößt bei Lesern mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Ablehnung.


Wie häufig sollte ich neue Blog-Artikel schreiben?

Ein guter Blog muss nicht jeden Tag einen neuen Beitrag veröffentlichen. Wichtiger als ein bestimmter Publikationsrhythmus ist die Regelmäßigkeit. Wenn ein Blog stetig gut geschriebene Posts online stellt, bleiben die Leser auch bei einem zweiwöchigen Veröffentlichungsturnus am Ball. Und nicht jeden Artikel müssen Sie komplett neu schreiben: Ein drei Jahre alter Blogbeitrag über selbstgebackene Plätzchen ist jedes Jahr zu Weihnachten für Ihre Leser interessant. Sie brauchen den bestehenden Beitrag nur zu aktualisieren, überarbeiten Formulierungen, greifen Leserkommentare auf, ergänzen alternative Zutaten oder binden neue Bilder ein. Ihre Aktualisierungen sollten Sie unbedingt im Beitrag selbst oder in der Sidebar unter dem Datum des Originalbeitrags kennzeichnen, so wie es hier gemacht wurde.


Strukturierter Text

Wie baue ich den Artikel optimal auf?

Bei Blogbeiträgen kommt es besonders auf gut gewählte Überschriften an. Sie sollten einen Ausblick auf den Inhalt des Textes geben und gleichzeitig neugierig machen. Steigen Sie außerdem mit einer kurzen, knackigen Einleitung in ein Thema ein und wecken Sie eine Erwartungshaltung – die Sie im Text natürlich auch erfüllen müssen. Viel zu wenig Zeit verwenden manche Blogger auf die Hauptüberschrift und den Einstieg. Dabei sind es genau diese beiden Elemente, die den Leser überhaupt erst zum Lesen bringen – oder eben gelangweilt weiterklicken lassen.

In der Überschrift sollten Sie in wenigen Worten präzise Hinweis darauf geben, worum es im Text geht. Ein kleines Versprechen oder ein spezieller Reiz locken den Leser besonders an. Das kann ein so triviales Wort wie „neu“ sein, das Aktualität anzeigt; aber genauso gut ein unverbrauchtes Wortspiel. Verfallen Sie bei Überschriften aber nicht in ein Schema. Ihre Titel müssen den Leser immer wieder von neuem zum Lesen animieren. „Fünf aktuelle Tipps zu …“ ist zwar ein guter Einstieg, der viele Leser binden könnte. Verwenden Sie dieses Muster aber zu oft, tritt beim Publikum ein Gewöhnungseffekt ein.

Eine gute Einleitung führt diesen Gedanken fort und überzeugt den Leser, dass er gar nicht anders kann, als den kompletten Text zu lesen. Sie fasst den Inhalt des Beitrags prägnant zusammen und deutet ein Fazit oder einen Nutzen für den Leser an, ohne zu viel zu verraten.


Wie lang soll ein Text für den Blog sein?

Blogleser erwarten mehr als lediglich aneinandergereihte Kurznachrichten. Die Artikel sind bei den meisten Blogs etwa 300 bis 400 Wörter lang. Orientieren Sie sich als Obergrenze an rund 2.000 Wörtern. Erfordert es ein Thema allerdings, kann ein Text im Einzelfall auch länger ausfallen. Machen Sie aus sehr umfangreichen Texten am besten eine Artikelserie.


Unnötiges weglassen

Wie sollte man den Artikel gliedern?

Im Internet lesen Menschen weniger Wort für Wort, sie scannen einen Text eher. Dabei springen sie von Überschrift zu Überschrift, lassen Abschnitte aus – und verlassen einen Artikel schnell wieder, wenn er nicht gut aufbereitet ist. Der ideale Onlinetext ist daher gut strukturiert, sowohl äußerlich als auch inhaltlich. Die verschiedenen Aspekte eines Textes sollten Sie möglichst gut voneinander trennen. Je unabhängiger einzelne Textpassagen inhaltlich voneinander sind, desto leichter fällt dem Leser das selektive Lesen.

Das erreichen Sie, indem Sie lange Textblöcke in mehrere kürzere Absätze unterteilen und Zwischenüberschriften einfügen. Zwischenüberschriften untergliedern den Text visuell, sodass der Blogbesucher auch einmal einen Absatz auslassen kann, um weiter unten wieder einzusteigen. Dank der Zwischenüberschriften findet er dabei schnell an die Stellen, an denen einzelne Aspekte des Artikelthemas behandelt werden, die ihn interessieren. Auch Bilder erzeugen Einstiegspunkte und sollten daher an inhaltlich passenden Stellen eingefügt werden.

Ein weiteres Gliederungsinstrument sind Listen. Damit bereiten Sie Informationen kompakt und übersichtlich auf. Listen bieten sich beispielsweise bei Aufzählungen und Checklisten an.


Die Kunst des Weglassens

Die stärkste Waffe im Wettkampf um des Lesers Gunst ist das Weglassen. Ihr Text wird prägnanter, leichter verständlich und lenkt Ihre Leser nicht vom Kern der Sache ab, wenn Sie sich auf die entscheidenden Aspekte fokussieren und Nebensächliches einfach kurzerhand streichen.


SEO

Nicht zu vergessen: SEO-Regeln

Eine gute Textstruktur ist außerdem wichtig für die Suchmaschinenoptimierung dar. Denn mit einer guten Gliederung erleichtern Sie es den Crawlern (Bots) von Google & Co., den Inhalt eines Artikels zu erfassen. Und dass Sie den Text für den Leser übersichtlich aufbereitet haben, wertet Google als positives Signal: Ein für den Leser leicht konsumierbarer Text begünstigt ein gutes Google-Ranking.


Was ist sonst noch zu berücksichtigen?

Beherzigen Sie allgemeine Schreibregeln:

  • Verwenden Sie kurze Sätze ohne Verschachtelungen.
  • Streichen Sie unnötige Füllwörter wie „doch“, „aber“, „eigentlich“ und so weiter, wenn sie inhaltlich nichts beitragen.
  • Schreiben Sie statt langer Wendungen wie „zu einem späteren Zeitpunkt“ besser kurz und knapp „später“.
  • Benutzen Sie prägnante Begriffe, die Bilder erzeugen. Modewörter wie „effizient“ und „nachhaltig“ gehören nicht dazu.
  • Schreiben Sie verständlich und verwenden Sie Fachbegriffe nur, wenn Sie sicher sind, dass die Zielgruppe sie kennt.
  • Formulieren Sie aktiv statt passiv: Besser als „Die Kosten werden Ihnen erstattet“ ist „Wir erstatten ihnen die Kosten“.
  • Ein absolutes Muss sind eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik. Lesen Sie lieber einmal mehr Korrektur.

Leserbindung

So binden Sie Leser an Ihren Blog

Verlässlich hohe Zugriffszahlen erzielen Sie vor allem durch eine möglichst große Stammleserschaft. Doch wie sorgen Sie dafür, dass ein Leser eines Blogbeitrags zum Dauergast wird?

Exklusive Informationen und Erfahrungsberichte

Stammleser zeigen ein besonderes Interesse an Ihrem Blog. Um diese Menschen auf Dauer an sich zu binden, sollten Sie Ihnen nützlichen und aktuellen Content anbieten. Behalten Sie das Thema Ihres Blogs im Auge, sodass Sie der Erwartungshaltung der regelmäßigen Besucher gerecht werden.

Ergänzen Sie exklusive Fachinformationen um Erfahrungsberichte, Tipps und Links zu weiterführenden Inhalten. Exklusive Interviews werden ebenfalls gerne gelesen und verlinkt. EinUnternehmensblog kann auch – zumindest teilweise – Aufgaben des Kunden-Supports für Ihre Produkte abdecken.

Welche Frequenz ist für das Veröffentlichen neuer Artikel empfehlenswert?

Finden Sie eine gute Balance zwischen zu häufigen und zu seltenen Posts. Vielen Besuchern fehlt die Zeit, täglich einen oder mehrere Beiträge zu lesen. Wenn die zeitlichen Abstände zwischen den Artikeln allerdings zu lang werden, erweckt das den Eindruck eines ungepflegten Blogs – und Sie werden wahrscheinlich Leser verlieren.

Eine Veröffentlichung der Beiträge zu festen Zeitpunkten ist empfehlenswert; so wissen Ihre Interessenten, wann sie sich auf neues „Futter“ einstellen dürfen, zum Beispiel an jedem Sonntagabend.

Wie lassen sich regelmäßig neue Impulse setzen?

Binden Sie die Leser am besten immer wieder aktiv in das Bloggeschehen ein, zum Beispiel mit Umfragen, an deren Ergebnissen die Teilnehmer auch selbst ein großes Interesse haben. Bei Unternehmensblogs versprechen Gewinnspiele mit attraktiven Prämien eine hohe Aufmerksamkeit und Beteiligung. Mit etwas Glück steuern auch andere Hersteller Preise bei, um vom Werbeeffekt für ihre Produkte zu profitieren.

Wie gewinnt man das Vertrauen der Leser?

Die für die Leserbindung wesentliche Vertrauensbasis schaffen Sie, indem Sie mit den Besuchern in direkten Kontakt treten: Reagieren Sie schnell auf Kommentare im Blog und beantworten Sie E-Mails prompt. Bleiben Sie zusätzlich über Social Media wie Twitter und Facebook mit Ihren Stammlesern im Gespräch.

Wie bindet man Leser emotional an sich?

Die Besucher beobachten sehr genau, wie Sie mit Kritik und negativen Bewertungen umgehen. Bringen Sie selbst bei abweichenden Meinungen stets Ihre Wertschätzung gegenüber dem kritisierenden Besucher zum Ausdruck. Ein persönlicher Dank für ein Lob oder eine Weiterempfehlung bewirkt ebenfalls meist viel Positives.

Welche Techniken helfen bei der Kundenbindung?

Nehmen Sie Rücksicht auf die unterschiedlichen Kommunikationsgewohnheiten und bieten Sie die Informationen über sämtliche neuen Inhalte auch als RSS-Feed und über einen Newsletter an. Mit einem Klick stellen Sie dann nämlich einen „druckfrischen“ Beitrag in den Blog ein und senden zugleich eine Benachrichtigung darüber an registrierte Leser.


Themenfindung

Immer neue Themen für den Blog finden

Wer erfolgreich bloggen will, muss regelmäßig etwas veröffentlichen – selbst wenn sich gerade kein Thema anbietet. Dank ein paar Tricks fällt es aber leicht, quasi auf Knopfdruck kreativ zu sein und neue Themen für den Blog zu finden.

Ideen ergeben sich oft schon aus kleinen Newsmeldungen wie „Neuer Rekord: 2018 mehr E-Bikes als je zuvor verkauft“. Das Thema dahinter? Die rasante Entwicklung der Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren – schon ist eine schöne Trend-Geschichte als Idee im Kopf. Oder Sie ziehen eine Story auf, die zeigt, dass die Zahlen aus einem ganz anderen Grund steigen, vielleicht weil – rein hypothetisch – die erste Generation der Fahrräder nicht gut war und die E-Biker jetzt auf neuere Elektroräder umsteigen.

In den täglichen News ein neues Thema für sich zu identifizieren, kann auf verschiedene Weise funktionieren. Die einfachste besteht darin, Fakten aus einer Meldung aufzunehmen und sie mit Hintergründen und Erklärungen anzureichern – wie beim obigen E-Bike-Beispiel.

Verallgemeinerung, Spezialisierung, Listen

Beim Verallgemeinerungstrick nehmen Sie ein Einzelereignis zum Anlass dafür, ein Thema einmal ganz global zu betrachten. Beispiel: In einer Klinik breitet sich ein resistentes Virus aus. Ein mögliches Thema: Wie oft stecken sich Menschen eigentlich ausgerechnet in einer Klinik mit Krankheiten an? Was könnte und müsste dagegen getan werden?

Genau das Gegenteil macht man beim Spezialisierungstrick: Im Beispiel des Krankenhausvirus würden Sie sich einen betroffenen Patienten suchen und den Fall anhand dieser persönlichen Leidensgeschichte schildern.

Etwas, das immer wieder gut funktioniert: Top-Listen. Texte zu „Den 10 größten …“ oder über „Die 33 witzigsten …“ können Sie zu beinahe jedem Thema erstellen. Bisweilen diskutieren die Leser auch über die Auswahl der Listenpunkte oder drücken ihre abweichende Meinung aus. Nach einer Woche können Sie daraus gleich einen zweiten Teil der Geschichte machen.

Neue Blickwinkel, kuriose Erkenntnisse, Serien

Themen, über die Sie schon früher gebloggt haben, können Sie wieder aufgreifen, indem Sie sie aus einem anderen Blickwinkel betrachten oder sich in andere Rollen hineinversetzen. Beispielsweise dreht sich „Kein Platz mehr für Raucher“ um dasselbe Thema wie „Wo Raucher noch glücklich werden“, spricht aber als Leser-Zielgruppe einmal die Nichtraucher an und einmal die Raucher.

Ähnlich funktioniert der Kreativ-Trick, selbstverständliche Dinge infrage zu stellen und so zu beleuchten, als sei eine Grundannahme falsch. Was wäre beispielsweise, wenn sich morgen herausstellen würde, dass intensive Handynutzung bei Kindern das Sozialverhalten nur geringfügig beeinträchtigt, die Konzentrationsfähigkeit sogar fördert und die schulischen Leistungen verbessert?

Natürlich können Sie umfangreichere Themen auch einfach in mehrere Einzelthemen aufteilen. Warum das ganze Pulver gleich in einem einzigen, langen Beitrag verschießen, wenn Sie den Text auch in zwei oder drei Teilen nacheinander veröffentlichen können?

Und wenn Ihnen wirklich gar nichts mehr einfällt und schnell ein Blogbeitrag her muss: Ein spannendes Foto mit ein paar Zeilen zu seiner Entstehung rettet Sie bequem bis zur nächsten zündenden Idee.


Fazit

  • Schon der Titel und die Einleitung entscheiden darüber, ob der Blogbesucher Ihren Text liest oder gelangweilt weiterscrollt.
  • Eine übersichtliche Struktur und inhaltliche Gliederung mit Zwischenüberschriften, Absätzen und Bildern erleichtern den Besuchern das selektive Lesen und binden sie an einen Text.
  • Besser nicht abschweifen – weniger ist mehr, Marginalien sollten Sie also lieber weglassen.
  • Schaffen Sie eine Vertrauensbasis mit Ihren Lesern, indem Sie auf Kommentare im Blog und auf E-Mails zeitnah antworten und Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter nutzen.
  • Wenn sich gerade kein Thema aufdrängt: Schauen Sie aus einem anderen Blickwinkel auf bestimmte Sachverhalte, erstellen Sie Top-Listen oder richten Sie ein Thema auf eine bestimmte Gruppe aus.
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