WordPress schneller machen: So geht’s

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WordPress zu langsam? Werfen Sie Ballast ab!

9 Sekunden wĂ€ren Weltrekord – aber nur beim 100-Meter-Lauf. Besucher einer Website springen hĂ€ufig ab, wenn sie lange warten mĂŒssen, bis sich eine Seite aufbaut. Wie schnell eine Website lĂ€dt, entscheidet wesentlich darĂŒber, ob ein Nutzer bleibt und beeinflusst damit das Ranking in den Google-Suchergebnissen. Jeder Nutzer, der nach wenigen Sekunden abspringt, ist ein Minuspunkt. Die Suchmaschine erkennt zudem, wenn der sich die Seite sehr langsam lĂ€dt , und bewertet das entsprechend negativ. Google selbst empfiehlt 2 Sekunden als Maximalzeit fĂŒr den Seitenaufbau. Hier lesen Sie, wie Sie WordPress schneller machen und die Performance Ihrer InternetprĂ€senz verbessern. Dazu sollten Sie:

  • ein Theme wĂ€hlen, das schnell lĂ€dt
  • Datenbanken von Ballast befreien
  • die GrĂ¶ĂŸe von Bildern und Grafiken anpassen
  • Caching aktivieren
  • den Programmiercode komprimieren
  • unnötige und zu große Plug-ins entfernen

Ballast abwerfen und WordPress schneller machen

Speed schlÀgt Ungeduld

Auf Smartphones und Tablets ist die Ladezeit sogar noch wichtiger, denn schlechte mobile Internetverbindungen verzögern den Seitenaufbau ohnehin. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Website so weit wie möglich optimieren. Am besten achten Sie schon beim Erstellen Ihrer WordPress-Website auf gewisse Standards, denn manche Änderungen lassen sich spĂ€ter nur umstĂ€ndlich rĂŒckgĂ€ngig machen.


Geschwindigkeit messen und WordPress schneller machen

Zuerst: Geschwindigkeit messen

PrĂŒfen Sie zunĂ€chst die aktuellen Ladezeiten Ihrer WordPress-Website mit einem geeigneten Programm. Mit konkreten Werten vergleichen Sie spĂ€ter besser, was sich verĂ€ndert und welche Maßnahme sich wie auswirkt. Hier zwei bekannte Tools, mit denen Sie die Geschwindigkeit Ihrer Website messen:

  • Google PageSpeed Insights nimmt eine Bewertung von 0 bis 100 vor und prĂŒft den Ladevorgang auf mobilen EndgerĂ€ten. Sie erhalten Tipps, welche Bereiche Sie optimieren sollten, um die Ladegeschwindigkeit Ihrer Website zu erhöhen.
  • Der Pingdom Website Speed Test gibt neben einer Bewertung auch die Ladezeit in Sekunden an. Das Plug-in stellt Ihnen eine umfangreiche Auswertung zur VerfĂŒgung und lĂ€sst Sie genau nachvollziehen, welche Komponenten Ihrer Web-PrĂ€senz die Ladezeiten negativ beeinflussen. So können Sie gezielte Maßnahmen ergreifen.

Sobald Sie wissen, wo Sie ansetzen können, helfen folgende Tipps, WordPress schneller zu machen. Nicht in jedem Fall sind alle Maßnahmen notwendig. Vor allem mit Tipp 2 und 3 sorgen Sie dauerhaft fĂŒr einen guten Page Speed Ihrer WordPress-Website.


1. Ein effizientes Theme wÀhlen

Viele wĂ€hlen das Theme – also die Designvorlage fĂŒr ihre Web-PrĂ€senz – rein nach Ă€sthetischen Kriterien aus. Das kann sich als Bremsschuh erweisen. Manche Themes (auch „Templates“ genannt) haben viele Funktionen, die Sie vielleicht gar nicht fĂŒr Ihre Website brauchen, oder sie sind womöglich unvorteilhaft programmiert und verlangsamen dadurch die gesamte Website. Bevor Sie sich auf ein Theme festlegen, sollten Sie sich mit dessen Vor- und Nachteilen beschĂ€ftigen. Ein nachtrĂ€glicher Wechsel kostet zwar etwas Zeit, kann bei schlechten Ladewerten aber notwendig sein. Auch die Testversionen der Themes lassen sich mit den oben genannten Tools auf ihre Schnelligkeit prĂŒfen.


2. FrĂŒhjahrsputz der Datenbank

WordPress speichert mehrere Versionen von jedem angelegten Beitrag ab, sowie viele andere Daten, die Sie eigentlich nicht (mehr) brauchen. So hĂ€uft sich mit der Zeit viel Ballast in der Datenbank an und belegt Speicherplatz. Mit Plug-ins wie WP-Optimize schaffen Sie wieder Platz und legen auf Wunsch fest, dass regelmĂ€ĂŸig ĂŒberflĂŒssige Daten gelöscht werden, damit dauerhaft Ordnung herrscht.

Damit Ihr WordPress zukĂŒnftig nicht mehr unnötig viele Sicherungskopien („Revisionen“) anlegt, die die Ladezeiten in die Höhe treiben, können Sie folgenden Befehl in die Datei wp-config.php einfĂŒgen: define( 'WP_POST_REVISIONS', 3 );. Die Zahl bestimmt die Anzahl der Revisionen und kann beliebig verĂ€ndert werden.


3. Die GrĂ¶ĂŸe der Bilder optimieren

Bilder und Grafiken bereichern jede Website. Doch Grafikdateien belegen auch den meisten Speicherplatz – oft viel mehr als nötig. Hier schlummert Potenzial, um Ladezeiten zu verkĂŒrzen und WordPress schneller zu machen. Auf Computer- und Smartphone-Bildschirmen brauchen Bilder und Grafiken meist keine hohe Auflösung, um ausreichend scharf und groß dargestellt zu werden.

  • Mit Bildbearbeitungsprogrammen verkleinern Sie Bilder und Grafiken vor dem Hochladen auf die notwendige GrĂ¶ĂŸe. Manche dieser Programme erfragen beim Speichern die gewĂŒnschte BildqualitĂ€t. FĂŒr Darstellungen im Web genĂŒgen meist 60 bis 80 Prozent.
  • Noch einfacher geht es zum Beispiel mit dem Plug-in WP Smush. Es komprimiert die Bilddateien beim Hochladen und kann Bilder auch nachtrĂ€glich verkleinern.
  • Selbst wenn Sie einen Foto-Blog betreiben und Bilder sehr groß und hochauflösend darstellen möchten, können Sie den ersten Aufruf Ihrer Website beschleunigen: Das Plug-in Crazy Lazy sorgt dafĂŒr, dass die Bilder erst beim Scrollen auf der Seite nach und nach geladen werden.

4. Nutzen Sie Caching

Beim sogenannten Caching werden einige Inhalte Ihrer Website im Browser des Nutzers gespeichert und können beim nĂ€chsten Besuch schnell wieder abgerufen werden. Dadurch muss nicht jedes Mal die gesamte Homepage geladen werden; das wirkt sich in der Regel spĂŒrbar auf die Geschwindigkeit aus. Auch hierfĂŒr gibt es verschiedene Plug-ins, zum Beispiel diese beiden:

  • Cache Enabler lĂ€sst sich einfach bedienen und benötigt nur wenige Einstellungen.
  • W3 Total Cache bietet sehr viele Optionen und kann Websites deutlich schneller machen – es eignet sich jedoch eher fĂŒr erfahrene Anwender.

5. Den Programmcode optimieren

Der Programmcode Ihrer Website kann mit der Zeit sehr umfangreich werden und ist nicht immer optimiert. Schon unnötige Leerzeichen ziehen ihn in die LĂ€nge. Keine Sorge: Sie mĂŒssen nicht Informatik studieren, um Ordnung zu schaffen, denn auch hierfĂŒr gibt es praktische Plug-ins. Autoptimize fasst zum Beispiel automatisch HTML-, CSS- und JavaScript-Codes zusammen und komprimiert ĂŒberall, wo es möglich ist, um WordPress schneller zu machen.


6. Nicht zu viele Plug-ins nutzen

Plug-ins bieten viele praktische Funktionen, doch zu viele oder zu große Plug-ins machen Ihre WordPress-Website langsam und trĂ€ge. Weniger ist mehr! Haben Sie Erweiterungen mit vielen Funktionen, von denen Sie nur wenige brauchen, suchen Sie besser nach einer Alternative, die sich auf die gewĂŒnschte Funktion beschrĂ€nkt.

Auch deaktivierte Plug-ins beanspruchen Speicherplatz und verbrauchen ggf. weitere System-Ressourcen. Einige Plug-ins bauen auch im Schlummerzustand eine Verbindung nach außen auf und bremsen die Performance Ihrer Website. PrĂŒfen Sie die Liste installierter Plug-ins und löschen Sie alle, die Sie nicht mehr brauchen. Das gilt ebenso fĂŒr die hier beschriebenen Analyse- und Beschleunigungs-Tools.

Rufen Sie dazu die Plug-in-Übersicht ĂŒber „Plugins“ und „Installierte Plugins“ auf und setzen Sie ein HĂ€kchen bei den Erweiterungen, die Sie entfernen möchten. Im Drop-down-MenĂŒ „Aktion wĂ€hlen“ befindet sich die Funktion „Löschen“. Mit einem Klick auf den Button „Übernehmen“ entfernen Sie die Plug-ins rĂŒckstandslos.

FĂŒr einen besseren Überblick, wie groß welche Erweiterung ist und wie diese die Ladezeiten Ihrer WordPress-Website beeinflusst, eignete sich in der Vergangenheit das Plug-in P3 („Plugin Performance Profiler“) besonders gut. Leider ist dieses Plug-in inkompatibel mit PHP 7 und sollte deshalb nicht mehr verwendet werden. Die folgenden PHP-7-kompatiblen Plug-ins sind gute Alternativen, unterscheiden sich jedoch stark im Funktionsumfang.


7. Funktionen ohne Plug-ins erweitern

Es muss nicht immer ein Plug-in sein! Dank praktischer Workarounds sind viele Plug-ins ĂŒberflĂŒssig: Code-Schnipsel und WordPress-Bordmittel erledigen viele Aufgaben genauso gut. Nachfolgend einige Beispiele.


WordPress langsam: individuelles Login ohne Plugin

Ein individuelles WordPress-Login erstellen

Sie nutzen WordPress fĂŒr eine Firmen-Website? Dann sollten Sie den Login- und Admin-Bereich dem Corporate Design Ihres Unternehmens anpassen – zum Beispiel, indem Sie das WordPress-Logo durch Ihr Firmen-Logo ersetzen. Plug-ins wie Login erledigen diesen Job zwar fĂŒr Sie, doch geht’s auch ohne – mithilfe weniger Zeilen Code. Doch dabei ist Vorsicht geboten! Viele Ratgeber benennen dies nicht explizit, denn fĂŒr Programmierer ist es meist selbstverstĂ€ndlich – wir weisen deshalb ausdrĂŒcklich darauf hin:

Nutzen Sie besser nie den WordPress-eigenen CSS-Editor (im Admin-Bereich unter Design und Editor zu finden), um die sensible Datei functions.php direkt zu bearbeiten, denn diese ist das Herz Ihres Themes, also der Designvorlage Ihrer WordPress-Website. Nehmen Sie direkt online im Backend eine fehlerhafte Änderung der functions.php vor, „streikt“ schlimmstenfalls die ganze Datei und Ihre Website ist nicht mehr erreichbar. Ein fehlendes Semikolon reicht bereits aus, damit Sie als Admin ausgesperrt sind und nicht mehr ĂŒber den Browser ins Backend zurĂŒckgelangen.

Der Weg zur Wiederherstellung fĂŒhrt dann ĂŒber ein FTP-Programm, mit dessen Hilfe Sie eine Verbindung zum Web-Hosting-Speicher aufbauen, sowie ĂŒber eine Neuinstallation des Themes. Um derartige Folgen zu vermeiden, nutzen Sie besser von Beginn an ein FTP-Programm (wir empfehlen das kostenfreie „Filezilla“) und erstellen darĂŒber zunĂ€chst ein Backup Ihrer Website, das Sie lokal und/oder in Ihrem Webspace speichern. So stellen Sie bei fehlerhafter Bearbeitung der functions.php den vorherigen Zustand im Handumdrehen wieder her. Im FTP-Programm machen Sie per Mausklick auch einzelne Arbeitsschritte rĂŒckgĂ€ngig.

Ändern Sie das Login-Logo, indem Sie folgenden Code in die functions.php Ihres Themes hineinkopieren:

[code language="css"] /** changing default wordpress login logo */
function my_custom_login_logo() {
echo‚<style type="text/css">
h1 a { background-image:url(/wp-content/
) !important; }
</style>‘';
}
add_action(‚login_head‘, ‚my_custom_login_logo‘);
[/code]

Ersetzen Sie „/wp-content/...“ durch den Pfad zu der gewĂŒnschten Bilddatei, damit fortan Ihr eigenes Logo auf der WordPress-Login-Seite erscheint. Genauso leicht passen Sie bei Bedarf mit wenigen Codezeilen weitere Designelemente an, beispielsweise das Logo in Ihrem WordPress-Dashboard. Die WordPress-Community stellt auch hierfĂŒr im Netz viele ausfĂŒhrliche Anleitungen zur VerfĂŒgung.


Fehlerhafte Links in Wordpress ohne langsame Plugins finden

Fehlerhafte Links auch ohne Plug-in finden

Plug-ins, die stĂ€ndig im Hintergrund laufen und Scans durchfĂŒhren, können WordPress langsam machen. Ein Beispiel ist der Broken Link Checker – ein sehr nĂŒtzliches Tool, das alle internen Links Ihrer Website ĂŒberwacht und kontrolliert, ob diese ins Leere fĂŒhren. Die permanente Überwachung zehrt jedoch an den Ressourcen.

Die Lösung ist auch hier recht simpel: Verzichten Sie auf das Plug-in und nutzen Sie stattdessen die Google Search Console – als Webmaster sollten Sie ohnehin einen Account dort haben. Die Search Console informiert Sie per ausfĂŒhrlichem Crawling-Fehlerbericht ĂŒber Website- und URL-Fehler – und damit ĂŒber fehlerhafte Links, denen der Crawler nicht folgen konnte (Crawler sind Programme, die von Suchmaschinen u. a. zur Indexierung von Websites eingesetzt werden). Fehlerhafte Links sollten Sie je nach Typ bearbeiten und behobene Fehler anschließend als „korrigiert“ markieren.


WordPress langsam: Bildergalerien ohne Plugins

Bildergalerien ohne Plug-ins erstellen

Bilder werten jeden Beitrag auf. Mit dem beliebten Plug-in NextGEN Gallery erstellen Sie aufwendige Galerien, doch die Erweiterung ist auch als Ressourcenkiller bekannt. Wenn Sie auf eine opulente BildprĂ€sentation verzichten können, begnĂŒgen Sie sich einfach mit den Möglichkeiten, die WordPress an Bord hat:

Klicken Sie in der Bearbeiten-Ansicht der Seite, auf der Sie die Galerie einfĂŒgen möchten, auf „Dateien hinzufĂŒgen“ und wĂ€hlen Sie die Bilder aus, die Sie anzeigen lassen möchten – entweder ĂŒber den Tab „Mediathek“ oder ĂŒber „Dateien hochladen“. Klicken Sie nun auf „Galerie erstellen“ und danach auf „Neue Galerie erstellen“. Anschließend legen Sie die Reihenfolge der Bilder, die Anzahl der Spalten oder die GrĂ¶ĂŸe der Bilder fest. Mit einem Klick auf den Button „Galerie einfĂŒgen“ binden Sie das Element auf Ihrer Seite ein – ganz ohne Plug-in.

Unsere Beispiele zeigen: Oft geht es auch ohne Plug-ins. Im Netz finden Sie viele weitere Lösungen, mit denen Sie die Funktionen von WordPress erweitern, ohne Plug-ins zu installieren.


Ihr Fahrplan, um WordPress schneller zu machen:

  • ein effizientes Theme nutzen
  • Datenbanken sĂ€ubern
  • Bilder nur so groß wie nötig wĂ€hlen
  • Caching aktivieren
  • den Code aufrĂ€umen
  • Plug-ins sorgsam auswĂ€hlen
  • einfache Funktionen ohne Plug-ins hinzufĂŒgen