Besser Texten mit Markdown

Besser Texten mit Markdown

Markdown ist eine Technologie, um Text schnell und ohne lästige Klicks zu formatieren. Das geht auch in vielen Content-Management-Systemen wie WordPress oder Grav. Mit Markdown ist die Texterstellung im Web ein Kinderspiel.

Wer jemals einen Text online oder in einer Textbearbeitung erstellt hat, weiß, wie unangenehm die Formatierung sein kann: Ständig wird der Schreibfluss unterbrochen, um zum Beispiel Worte fett zu setzen, Überschriften zu formatieren oder Hyperlinks einzufügen. Bei der Bearbeitung von Website-Text kann das noch ärgerlicher sein, denn hier sind zahlreiche HTML-Tags – Textmarken in spitzen Klammern, die Informationen über die Textformatierung enthalten – für die korrekte Formatierung notwendig.

In Content-Management-Systemen wie WordPress geht zwar beides – die Bearbeitung wie in einem Office-Programm oder wie in einem HTML-Editor. Trotzdem bleibt die Bedienung in vielen Fällen fummelig, da wahlweise die Maus geschubst oder sich öffnende und schließende Tags mit spitzen Klammern eingefügt werden müssen.

Markdown ist einfach einfach

Genau deshalb wurde Markdown erfunden: Es handelt sich um eine deutlich vereinfachte Auszeichnungs-Sprache („Markup Sprache“): Ähnlich wie bei HTML werden zwar auch bei Markdown Tags für das Setzen von Formatierungen verwendet. Im Gegensatz zu HTML sind diese aber so simpel und universell, dass es eine wahre Freude ist. So wird zum Beispiel auf die lästige Spitze Klammer und das schließende Tag verzichtet, stattdessen gibt es einfache vorgestellte „Anweisungen“ wie Rauten für Überschriften und Sternchen für Fett- und Kursivtext. Der Schreibfluss wird dadurch, anders als bei HTML und manueller Formatierung, kaum gestört.

Warum gibt es Markup-Sprachen?

Wer regelmäßig mit Text arbeitet, muss zwischen Inhalt und Formatierung trennen. Das ist zum Beispiel in Textverarbeitungsprogrammen wie Word nicht der Fall: Hier wird der Inhalt direkt formatiert. Muss etwas nachträglich geändert werden, kann das deshalb schnell kompliziert werden. Bei Content-Management-Systemen und Desktop-Publishing-Programmen ist diese nachträgliche Änderung System, weshalb statt der Textformatierung selbst die Formatierungshinweise in Form der sogenannten Tags in den Text eingefügt werden.

Trennung von Formatierung und Inhalt

Wer HTML kennt, weiß: Ein Tag wie <h1> für eine Überschrift der ersten Kategorie oder <b> für Fettdruck weist den Browser nur darauf hin, dass hier eine besondere Formatierung vorliegt. Zusätzlich wird vom Theme oder der Vorlage separat ein Hinweis auf die konkrete Formatierung angelegt: <h1> hat Schriftgröße X und Schriftart Y. So sieht das Dokument am Ende stimmig aus. Der Clou: Durch die Trennung kann mit einem Handgriff systemweit jede Überschrift in sekundenschnelle systemweit verändert werden – ohne lästige Klickerei. Das ist beim Desktop-Publishing und vor allem beim Webdesign praktisch.

Wie Markdown funktioniert

Markdown funktioniert nach dem gleichen Prinzip, ist aber im Gegensatz zu Markup „down“, also sehr einfach gehalten. Das Ziel ist es, den Schreibfluss möglichst wenig zu unterbrechen. Letztlich handelt es sich um eine stark vereinfachte Form der von HTML bekannten Technik: Der Text wird mit Tags versehen, die mittels Formatierungsinformationen letztlich das Aussehen beeinflussen. Markdown nutzt dabei ganz einfache Befehle und verzichtet auf schließende Tags: Vorgestellte Sonderzeichen wie Rauten (#) und Sternchen (*) reichen für das Erstellen von Überschriften oder das Setzen von fett oder kursiv aus.

Screenshot von Markdown Befehlen im Texteditor SubEthaEdit
Die Markdown-Syntax (hier in SubEthaEdit) ist leicht zu erlernen.

Richtig interessant wird Markdown aber dort, wo HTML besonders komplex wird, etwa bei Hyperlinks oder Listen: Statt komplexer <ol> und <ul>-Verschachtelungen oder <a-href>-Linkkonstrukte gibt es eine ganz einfache Syntax aus Klammern und Listenpunkten. Während eine Liste in HTML aufwändig mit Tags versehen werden muss…

<ol>
<li>Listenpunkt 1</li>
<li>Listenpunkt 2</li>
<li>Listenpunkt 3</li>
</ol>

… reicht es in Markdown aus, die Liste ganz natürlich auszuschreiben, was eine deutliche Vereinfachung bedeutet:

  1. Listenpunkt 1
  2. Listenpunkt 2
  3. Listenpunkt 3

Sogar Bilder und Code können auf diese Weise eingefügt werden, weitestgehend ohne komplexe HTML-Tags und ohne die Finger von der Tastatur zu nehmen. Kurz: Markdown hilft dabei, Text schnell und ohne Ablenkung zu erstellen.

Markdown geht in jedem Text-Editor

Um Markdown zu nutzen, ist nichts weiter nötig als ein klassischer Text-Editor. Für einen Überblick der Befehle empfiehlt sich der Markdown-Cheat-Sheet auf GitHub oder die Basis-Markdown-Syntax: Hier sind die wichtigsten Standard-Befehle aufgezeichnet.

Screenshot vom Markdown Editor iAWriter
iAWriter ist ein beliebter Markdown-Editor für Windows, Mac und Mobilsysteme.

Als Text-Editor empfiehlt sich zum Beispiel SubEthaEdit auf dem Mac, der auch gleich eine Markdown-Vorschaufunktion besitzt. Gleiches gilt für Notepad++ für Windows. Zudem gibt es spezielle Markdown-Editoren, die sich an Vielschreiber richten, die möglichst wenig Ablenkung wünschen. Empfehlenswert ist etwa das beliebte iAWriter für Mac, Windows und Mobilsysteme oder das kostenlose Typora für Mac, Windows und Linux. Direkt im Browser bietet sich zum Beispiel die Web-App Dillinger an.

Markdown in WordPress nutzen

Beim Schreiben von Web-Text ist Markdown natürlich ebenso hilfreich, allerdings muss das verwendete Content-Management-System Markdown unterstützen. Bei Flat-File-Systemen wie Grav, HTMLy oder Pico ist das in aller Regel Standard. WordPress unterstützt Markdown zwar ebenfalls, allerdings nur rudimentär: So beherrscht der Classic Editor im visuellen Modus einige Markdown-Befehle. Der Block-Editor Gutenberg ist noch ein wenig besser darin, während der klassische Code-Editor zunächst gar kein Markdown erkennt.

Markdown in WordPress per JetPack oder Plugin aktivieren

Das lässt sich jedoch leicht ändern: Das kostenlose WordPress Jetpack bringt die Markdown-Unterstützung nämlich mit: Nach der Installation des Plug-Ins muss sie nur noch im Menü Einstellungen -> Writing durch Einschalten von „Schreibe Beiträge und Seiten in Markdown-Syntax“ aktiviert werden. Schon beherrschen auch der klassische Editor und der Classic-Editor-Block in Gutenberg alle Markdown-Befehle.
Alternativ bietet sich das Plugin WP Githuber MD an: Es ist funktional den oben genannten Editoren für Windows, Mac und Linux sehr ähnlich und zeigt auch gleich eine Markdown-Vorschau an. WordPress-Beiträge können so bequem mit Markdown geschrieben werden.

Screenshot vom WordPress-Plugin Jetpack, mit dem sich Markdown aktivieren lässt.
Der Schalter für Markdown im Jetpack-Plug-In schaltet Markdown in WordPress ein.

Markdown geht auch ohne Markdown-Unterstützung

Das schöne an Markdown ist natürlich, dass es standardisiert ist. Das bedeutet, dass es sich überall verwenden lässt. Wer gerne mit einem Markdown-Editor arbeitet, kann die Texte anschließend auch ohne weitere Bearbeitung online publizieren. Denn Markdown kann mit wenigen Handgriffen in sauberes HTML verwandelt werden. Dadurch lässt es sich auch mit Content-Management-Systemen verwenden, die keine Markdown-Unterstützung haben: So können einige der Desktop-Editoren Markdown als HTML exportieren.

Screenshot zeigt, wie das Online-Tool Dingus Markdown in HTML umwandelt.
Mit einfachen Online-Tools wie Dingus kann Markdown mit einem Klick in HTML umgewandelt werden.

Auch der Online-Editor Dillinger beherrscht diese Funktion. Richtig praktisch ist natürlich auch Der Online-Editor Dingus des Markdown-Erfinders John Gruber: Wer möchte, kann hier direkt in Markdown schreiben oder vorhandenen Markdown-Text in HTML umwandeln. Ähnlich funktioniert auch der Markdown-to-HTML-Converter, mit dem sich im Markdown-Editor geschriebener Text schnell für das Internet aufbereiten lässt.

Wie Du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, Markdown zu nutzen. Falls Du viele Texte verfasst, kann sich ein Versuch also lohnen.

Hast Du bereits Erfahrungen mit Markdown gemacht, oder hast Du andere Tools und Tipps zu Texteditoren? Verrate es uns in den Kommentaren!

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